Auf dem Eagle
Summit ist mal wieder alles ganz schön zu, und es ist auch kalt, aber
nicht so schlimm wie das letzte Mal! Dann wird's immer weniger Schnee und
beim letzten Paß ist alles weg.
Zum Mittagessen fahren wir auf einen Campground und nicht weit weg steht eine
urige alte
Blockhütte, die kann man mieten. Natürlich nur für ein paar
Nächte - aber Sie wollen nicht!!!
Es wären sogar drei Betten drin gewesen !
Wir fahren weiter zu dem Chatinka River Campground, und dann wird der Camper
plötzlich zum Badehaus. Sie holen dauernd Wasser vom Fluß, machen's
heiß und waschen alle beide ihr Fell.Man kann gar nicht mehr zum Fenster
rausgucken, so dampft es hier!
Dann warten wir auf Nordlicht!
Montag, 28. September
Heute früh
waren's minus 4 Grad im Camper und draußen waren's um 7:30 noch minus
8 Grad. Bin im Camper hinten geblieben, weil wir nach Fairbanks gefahren sind,
und da ist es vorne noch viel langweiliger. Von Mutti gab's Post auf dem Postoffice!
Dann ging ab und zu mal die Tür auf und ein paar Tüten, auch eine
mit Sweets, kamen herein. Dann gab's Eis und ein bißchen Sonne.
Nach einer ganzenWeile sind wir dann auf einem Campgrpund in der Nähe
von Chena Hot Springs. Es gibt hier ein paar Hügel mit ein bißchen
Schnee drauf, einen ganz weißen Berg, einen Fluß, hohe Fichten
die ganz schmal sind, und am Anschlagebrett eine schöne Bärengeschichte
von Einem der seine Schuhe verlor und tagelang von einem Bären gejagt
wurde und nichts dabei hatte, nicht mal
Streichhölzer, und sich von Beeren ernähren mußte....
und drunter steht: das kann auch Dir passieren!
Ein schönes Lagerfeuer gemacht. Ich glaube es wird wieder ganz schön
kalt...

Dienstag, 29. September
Na ja, es sind morgens kurz nach 8:00 noch minus 7 Grad und im Bad hat's leichtes Glatteis. Wir fahren nach Chena Hot Springs und da riecht es mal wieder nach faulen Eiern. Sie sagen das kommt vom Schwefel. Der Wind pfeift eiskalt um's Auto, und auch die allergrößte Pfütze auf dem Parkplatz ist gefroren. Die Sonne hat bis jetzt gescheint, aber nun kommen ein paar Wolken. Wir fahren wieder zu unserem Campground zurück und dann gibt's mittags schon ein Lagerfeuer und Pancakes, und das Feuer brennt bis abends. Es ist ist ein richtig schönes, großes Feuer. Marshmellows haben wir auch noch geröstet und es waren minus drei Grad. Um 19:15 war es schon ganz dunkel. Ich habe meinen Pancake von heute Mittag draußen liegen lassen. Es könnte ja sein, ein anderer Bär hat Hunger...
Mittwoch, 30 September
Heute Nacht gabs ganz schön
Wind. Ich hatte schon Angst, daß eine hohe Tanne zerbricht. Heute
früh gab's nur
minus zwei Grad, kein Glatteis im Bad, und mein Pancake war auch weg! Aber
ich glaube, das waren die Squirrels, denn eines saß noch da! Am Himmel
sind mal wieder graue Wolken und manchmal ein kleines Stückchen blau.
Wir fahren nach Fairbanks und da wo es 'Rabbits for sale' gibt, lief ein
Fuchs über die Straße. Er war ganz rot und hatte eine weiße
Schwanzspitze. In Fairbanks zur Post, aber diesmal gab's nichts. Schade!
Dann nach North Pole gefahren und in der Trading Post - mit den Weinachtshirschen
drauf - gab's nur noch vier Kerzen und zwei Bären.
Dann geht es wieder auf den Campground am See. Im Wald liegt noch ein bißchen
Schnee rum und es wird auch wieder kälter. Jetzt ist es schon um 7
Uhr ganz dunkel, da kann man nicht mehr nach Bären schauen, mir ist
aber trotzdem nicht langweilig, weil ich nach Nordlicht gucke...
Donnerstag, 1. Oktober

Sie haben gesagt am 1. Oktober
schneit's immer in Alaska. Na bis jetzt liegt nur 1mm Neuschnee, und was
da runter kommt sieht mir mehr nach Nieselregen aus. Auf dem Alaska Highway
ändert sich das aber bald und es kommt nur noch Schnee. Ein kleines
Auto hat sich auch schon die Schnauze an der Leitplanke eingedrückt,
weil's glatt auf der Straße ist. Ist aber nicht schlimm.
Dann kommen wir nach Delta Junction und da steht wieder so ein Alaska Highway
marker rum, den Sie unbedingt fotografieren müssen. Es hat viele Bärenfüße
hoch Schnee, und ich muß mich
-ohne alles! - reinsetzen, damit ich mit auf's Bild komme. Als der Kälteschock
von Delta Junction
überstanden ist, ging's auf dem Richarson Highway weiter und da liegt
ganz schön Schnee drauf, so daß sie schon räumen müssen.
Wir kommen zu einem Campgroundschild und man sieht einen verschneiten Weg,
der zu einem verschneiten Tannenwald führt. Sie sagen, es hat hier
mindestens
50 cm Neuschnee, das sind 10 Bärenfüsse hoch Schnee.
Der Jürgen läuft den ganzen Weg ab und sagt dann: es müßte
mit dem Camper auch gehen.
Zuerst geht es auch ganz gut, aber als wir dann einen schönen Platz
gefunden haben und einparken wollen, will das der Camper nicht. Er rutscht
einfach aus und stellt sich quer, und hängt auch noch schief runter.
Das ist eine Aufregung. Nach ein paar Mal probieren geht's nicht mehr
vorwärts und nicht mehr rückwärts, er will nur noch seitwärts
in die Tannen.

Dann wird's lustig, weil Sie
mit einer kleinen Plastikkehrschaufel und der Bratpfanne
anfangen die Räder frei zu schippen, das sieht vielleicht ulkig aus...
Dann hauen Sie mit der Axt Tannenzweige ab und legen sie unter die Räder.
Das funktioniert.
Nachdem wir wieder auf der Loop sind geht's dann auch bis zur Straße
gut, obwohl noch zwei schmale Brücken da sind. Es geht weiter auf dem
Highway und plötzlich kommen die Berge
aus den Wolken, und dann ist der Himmel ganz blau und die Sonne scheint.
Schön sieht das aus. Nur
wenn einer die Tür aufmacht, geht sie hinterher kaum wieder zu, weil
der Wind so stark bläst.
Dann kommt wieder ein Campground, der liegt aber 3 Kilometer vom Highway
weg und an der Baumgrenze. Eigentlich wollten wir nach den Erfahrungen von
vorhin nicht dorthin, aber da ist gerade eine Schneeschippe am Werk, und
der Fahrer meint wir könnten ruhig hinter fahren, er sei da auch schon
gewesen. Auf dem Weg hat'ganz viele Spuren von Hasen und daneben sind ganz
große, wie von einem Bären, aber wir müssen so auf den Schnee
achtgeben, daß wir nicht extra gucken können.
Der Campground ist ein großer verschneiter Platz, und es bläst
ein eiskalter Wind, der schüttelt den Camper so stark, daß es
schaukelt wie auf einem Schiff.
Jetzt sitzen wir also mitten in der Alaska Range - auf der einen Seite sieht
man die weißen Berge
ganz nah, auf der anderen ist ein Fluß- an der Baumgrenze bei minus
6 Grad schon am Nachmittag. Eine Stunde später gibt es innen am Fenster
Eis, und einen schönen Sonnenuntergang mit rosa Bergen gibt's auch.
Ich glaube der Wind wird immer schlimmer, und Sie verkleben die Ritzen an
der Tür, weil's so reinzieht, und hängen Jeans und ein Badetuch
davor, aber dann rennen Sie immer wieder raus, weil Sie nach Nordlicht gucken,
und der Wind, der reinkommt haut alles um. Der Jürgen hat auch den
Arsch vom Camper in den Wind gestellt damit sich unser Motor nicht erkältet.
Minus 10 Grad sind es draußen!

Also, bald erfahrt Ihr das
Geheimnis der umgekippten Mülltonnen.
Über viele Bear Mails freut sich wieder Euer Petz.